Führungskräfte verschulden die meisten Kündigungen

Diese Erkenntnis ist nicht neu, weshalb man eigentlich meinen sollte, dass sich diese Statistik irgendwann einmal verbessern könnte. Offenbar nicht bei uns in Deutschland, denn auch in einer aktuellen Studie, die Compensation Partner mit rund 1000 Befragten durchgeführt hat, ist erneut mangelnde Wertschätzung durch die Führungskraft mit 45% der häufigste Kündigungsgrund.

Quelle: managerseminare 8/2019

Genauso interessant ist allerdings auch, was denn die Arbeitnehmer motiviert zu bleiben. Da nämlich tauchen die Chefs wieder auf, denn ganz oben stehen ein gutes Verhältnis zur eigenen Führungskraft und eine positive Atmosphäre im Team. Erst danach folgen Arbeitsplatzsicherheit und ein als gerecht empfundenes Gehalt.

Wie schon so oft, belegt damit auch diese Studie zwei Kernaussagen, die ich häufig genannt habe: Die Führungskräfte haben positiv wie negativ den Schlüssel zum Erfolg der Unternehmen in der Hand, denn ihr Verhalten prägt Mitarbeitermotivation und Arbeitszufriedenheit wesentlich. Als zweite Kernaussage wird wieder einmal die Rolle des Geldes als klassischer Hygienefaktor belegt – Gehalt muss als angemessen empfunden werden, sonst werden die Menschen unzufrieden. Wird es als angemessen empfunden, dann führt ein Mehr an Gehalt nicht gleichzeitig zu einem Mehr an Motivation.

Wie könnte ein Fazit daraus lauten?

Ich versuche es mal damit: Investieren Sie lieber in die Qualität Ihrer Führungskräfte als Gehaltserhöhungen mit der Gießkanne auszuschütten.

Psychische Belastungen der Arbeitnehmer sind gestiegen

Wie steht es mit den psychischen Belastungen der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz?

76% der befragten Führungskräfte gehen in einer aktuellen Studie der Dekra davon aus, dass diese heute größer sind als noch vor 10 Jahren und sich negativ auf die Leistung der Arbeitnehmer auswirken.

Ein solches Bild können wir leider tendenziell auch aus unseren Coachings bestätigen. Mitarbeiter fühlen sich zum Teil gar verfolgt, abgewertet und unter Druck gesetzt.

75% der 300 befragten Entscheider aus dem Bereich Personal und Arbeitsschutz waren zudem der Meinung, es sei Aufgabe des Arbeitgebers, sich um die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer zu kümmern.

Wie schon in so vielen Befragungen folgt nun auf die Theorie die Praxis und in der bieten nur etwa 33% der Unternehmen Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung an.

Und gefragt, wie man denn die Situation im eigenen Unternehmen einschätze, kamen nur 50% der Befragten zu dem Ergebnis, dass auch im eigenen Unternehmen die psychischen Belastungen der Arbeitnehmer gestiegen seien. Tja, es sind eben immer die anderen…

Für alle die, die immer noch überlegen, ob sie sich dem Thema psychische Belastungen stellen sollen, sei nur kurz in Erinnerung gerufen:

Quelle: BKK Gesundheitsatlas 2017

Die durchschnittliche AU-Dauer einer Atemwegserkrankung beträgt ca. 6 Tage, die einer psychischen Störung ca. 34 Tage. Klassische Burn Out Kandidaten erreichen oftmals auch ein halbes Jahr oder mehr.

Daher unser Appell: Wegschauen ist keine Lösung – sensibilisieren Sie Ihre Führungskräfte und packen Sie das Thema an!