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Wenn ich einmal Chef wär…

Eine interessante Umfrage der Unternehmensberatung Rundstedt & Partner GmbH veröffentlichen managerseminare 09/2016 zu der Frage, was Mitarbeiter verändern würden, wenn sie für einen Tag Chef wären.

Von den über 1000 Befragten würde sich nur jeder dritte eine Gehaltserhöhung geben, was wie schon so oft wieder einmal belegt, dass Geld nicht der entscheidende Faktor der Arbeitszufriedenheit ist. Vielmehr stehen mehr Kommunikation, bessere Aufgabenverteilung und flexiblere Arbeitszeiten ganz oben.

Was Mitarbeiter ändern würden

So richtig verwundert das auch nicht, denn letztlich finden wir hier nur in anderer Form die Aspekte wieder, welche seit Jahren immer wieder die Spitzenplätze in Sachen Arbeitsmotivation einnehmen: Ein gutes wertschätzendes  Verhältnis zu Chef (und Kollegen), eine interessante Aufgabe mit Gestaltungsmöglichkeiten und eine angemessene Work-Life-Balance, zu der auch die flexiblen Arbeitszeiten gehören. Man könnte auch sagen, die Mitarbeiter bleiben sich auch in dieser Befragung treu!

Schon eher besorgniserregend allerdings ist, dass nur 16% der Befragten mit der Arbeit Ihrer Führungsetage vollkommen zufrieden sind. Und da hinlänglich bekannt ist, dass die Unzufriedenheit mit dem unmittelbaren Vorgesetzen einer der häufigsten Kündigungsgründe ist, zeigt sich wieder, wie wichtig es ist, dass Führungskräfte ständig auch an sich selbst arbeiten. Natürlich ist das Spannungsfeld aus Zeitbedarf für Mitarbeitergespräche und Aufgabenvielfalt nicht wegzudiskutieren, dennoch an seiner Selbstorganisation, den richtigen Prioritäten und seinen kommunikativen Kompetenzen kann jede Führungskraft arbeiten. Als Führungskraft lernt man halt nie aus – die Mitarbeiter zeigen es immer wieder auf.

Und nochmal Michael Phelps bzw. Joseph Schooling – eine fast unglaubliche Geschichte

Michael Phelps, den erfolgreichsten Olympia Sportler aller Zeiten, haben wir ja schon vor ein paar Tagen gewürdigt. Und das seine 21. nicht seine letzte Goldmedaille war, konnte man fast erwarten.

Was jetzt passiert ist aber fasziniert fast noch mehr, denn wie so oft zeigt sich die wahre Größe nicht im Monet des Sieges, sondern im Augenblick der Niederlage. Und es ist erneut eine so symbolische Geschichte, wie sie nur Olympia schreibt, ein wahrhaft olympischer Moment, ein Augenblick, für den ich die Spiele liebe.

Rückblick: Vor 8 Jahren trifft ein 13 jähriger Junge aus Singapur, der sich für Schwimmen begeistert, am Rande eines Trainingslagers sein Idol und macht – wahrscheinlich mit großem Herzklopfen – ein Foto mit ihm.

Phelps_Schooling1

Er trainiert viele Jahre hart für seinen Traum einst selbst bei Olympia eine Medaille zu gewinnen. Und dann ist es soweit – 2016 erreicht er das olympische Finale über 100 Meter Schmetterling. Einer seiner Konkurrenten: Michael Phelps – sein Idol.

Faszinierend schon die Leistung von beiden bis hierhin: Sein Ziel zu erreichen, sich da hin gekämpft zu haben, wo man immer hin wollte – bravo Joseph Schooling. Die unglaubliche Willenskraft des Michael Phelps sich noch einmal aufzuraffen, es noch einmal allen zu zeigen, sich selbst aus der Abwärtsspirale herauszuholen – bravo Michael Phelps.

Es ist das letzte Rennen des großen Amerikaners, er steht schon auf dem Olymp, er ist schon Geschichte. Und die Konkurrenz ist gewaltig, nicht nur Schooling, nein auch viele weitere können und wollen ihn besiegen.

Sie wissen ja schon, was passiert. Joseph Schooling wird Olympiasieger, Michael Phelps und zwei weitere Schwimmer (auch ein Novum) werden zeitgleiche Silbermedaillengewinner.

Wie reagiert Phelps, der bis dahin alle seinen Rennen in Rio gewann? Er reagiert großartig, Sekunden nach dem Anschlag noch im Wasser ist er der Erste, der Joseph Schooling gratuliert. Wahrscheinlich gibt es ihn schon, diesen kleinen Moment der Enttäuschung, das letzte Gold verpasst zu haben, doch wir sehen eigentlich nur Freude, auch bei Siegerehrung.

Phelps_Schooling2

Und so ist dies einer der Momente, in dem der Sport nur Sieger hat.

Gratulation an Joseph Schooling, der die erste Goldmedaille für Singapur überhaupt gewinnt und seinen großen Traum verwirklicht. Es muss wunderbar sein, fantastisch.

Gratulation an Michael Phelps, den wohl größten Schwimmer aller Zeiten. Nicht nur für seine sportliche Leistung, die eh von einem anderen Stern ist. Vor allem auch für seine menschliche Größe – ich bin sicher, er gönnt Joseph Schooling diesen Sieg, er freut sich ehrlich mit ihm. Das ist der olympische Geist, wie ich ihn mag – geteilte Freude in Anerkennung der gegenseitigen Leistung. Und so verneige ich mich erneut vor Michael Phelps – großartig!

Aber es bleiben aus diesem Moment auch Erkenntnisse, die sich über den Sport hinaus verwenden lassen.

Lebe Deinen Traum, mache ihn war! Der Weg dahin wird schwierig sein, im Leben gibt es nichts geschenkt. Doch der Moment, in dem Du Deinen Traum, was immer es auch ist, erreichst, entschädigt für alles.

Gewinner zu sein ist fantastisch, doch im Moment der Niederlage zeigt sich die wahre Größe. Wirkliche Sieger, menschliche Sieger, große Persönlichkeiten werden durch Niederlagen geformt. Die Leistung des anderen anzuerkennen ermöglicht es auch, mit der eigenen Leistung wertschätzend umgehen zu können. Sich selbst nicht abzuwerten als Verlierer, sondern stolz zu sein auch auf die eigene Leistung, das geht nur, wenn ich auch die Leistung des anderen anerkenne. Nicht so, wie es dann peinlicher Weise von den amerikanischen Fußballfrauen kommt, die nach dem Ausscheiden ihre Gegnerinnen verspotten. Wenn ich nicht mal die vermeindlich so schlechten Gegnerinnen besiege, werte ich mich auch selber ab. Michael Phelps aber ist auch in diesem Rennen kein Verlierer. Er ist Gewinner der Silbermedaille.

Und schließlich: Teile die Freude der anderen, so wie Michael Phelps sich mit Joseph Schooling freut. Wenn ich auch die Freude der anderen zu meiner mache, dann habe ich mehr Freude im Leben und darauf kommt es doch an. Man kann nicht immer gewinnen, diese Botschaft ist so alt wie der Sport und das Leben – aber man kann sich immer mit dem Sieger freuen – anerkenne die Leistung der anderen und teile die Freude mit Ihnen, so bereicherst Du auch Dein eigenes Leben.

Unglaubliche 21 Goldmedaillen… Michael Phelps

Was für eine unglaubliche Leistung – Michael Phelps gewinnt in der Nacht zu heute in Rio zwei weitere Goldmedaillen und erreicht damit die schier unglaubliche Zahl von 21 olympischen Goldmedaillen.

Phelps

Ein Rekord für die Ewigkeit!?

Jedenfalls auch eine spannende Geschichte, die wieder einmal zeigt, dass Erfolge nicht von alleine kommen. Auch Phelps durchschritt zuletzt tiefe persönliche Täler, korrigierte seinen Weg, kämpfte sich zurück und siegte wieder.

Vielleicht werden wir diese Geschichte später nochmals aufarbeiten, für heute sagen wir vom Team MP:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH Michael Phelps!

Schade, wenn wir ihn künftig nicht mehr im Wasser sehen werden, den erfolgreichsten Schwimmer aller Zeiten!

 

Ein großartiger olympischer Moment… und was wir davon lernen können

Es tat ja schon beim Zuschauen weh…; am Ende der Sprungbahn bei seiner Bodenübung in Rio bleibt Andreas Toba mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden sitzen, das Knie ist kaputt. Toba kann nicht weiterturnen, die Tränen fließen vor Schmerz und Enttäuschung – wie verständlich. Die spätere bittere Diagnose lautet: Kreuzbandriss.

Was wir kurz darauf erleben ist ein großartiger olympischer Moment, viel bewegender als die ein oder andere Medaille, die in diesen Tagen an manche Sportler vergeben wird, von denen einige eine nach wie vor fragwürdige Dopingvergangenheit (oder –gegenwart?) haben.

Statt in Selbstmitleid und Resignation zu versinken, wofür wir angesichts aller Entbehrungen und Qualen im Vorfeld solcher Wettkämpfe auch Verständnis gehabt hätten, rafft sich Andreas Toba auf und tritt am Pauschenpferd an, weil die deutsche Mannschaft an diesem Gerät keinen adäquaten Ersatz für ihn gehabt hätte. Er muss unglaubliche Schmerzen gehabt haben, die ich nicht nachzuvollziehen vermag, aber er turnt fantastisch und, als er beim Abgang sicher steht, tut es selbst in meinem Knie etwas weh. Es ist ein wahrlich olympischer Moment, in dem Andreas Toba seine persönliche Situation zurückstellt und sich ganz dem Dienst der Mannschaft opfert. Bravo!

Der DSOB erklärt ihn zum „Hero de Janeiro“, dem ist nichts hinzuzufügen.

Andreas Toba

Was lehrt uns Andreas Toba mit seinem Verhalten, welche Erkenntnis können wir über diesen konkreten Moment und auch über den reinen Sport hinaus daraus ziehen?

Für mich, der sich seit 10 Jahren intensiv mit den Parallelen zwischen Spitzensport und Unternehmensführung beschäftigt, sind das vor allem zwei Erkenntnisse:

  1. Das Team ist immer wichtiger als der Einzelne. Wer als Team Erfolg haben will, muss sich selbst immer diesem Erfolg unterordnen. Der Erfolg des einzelnen ist nicht wichtig, er ist nur Mittel zum Zweck des Teamerfolgs. Gratulation Andreas Toba, eindrucksvoller kann man das nicht demonstrieren – wahrlich heldenhaft! Viel glaubwürdiger auch als viele Stimmen, die wir oft in Interviews der Fußballspieler nach den Spielen hören. „Nein, dass ich das Tor geschossen habe, bedeutet mir nichts. Wichtig ist, dass die Mannschaft gewonnen hat.“ Aber die exponierte Jubelpose vor der Tribüne, die perfekte Eigendarstellung vor der Kamera, das muss schon sein – seht her: Ich war´s! Nein, das kommt im Fußballgeschäft schon lange nicht mehr glaubwürdig rüber, der eigene Marktwert muss schließlich geschaffen und erhalten werden. Wahrer Teamgeist zeigt sich im Moment der persönlichen Niederlage, wie sie Andreas Toba erlebt. Der eigene olympische Traum ist vorbei, aber das Team „am Leben zu halten“ und ins Teamfinale zu bringen, dafür wird noch ein großes persönliches Opfer gebracht – das nenne ich glaubwürdig!
  2. Die zweite Erkenntnis bestätigt für mich wieder einmal die „Pyramide der Siegerfaktoren“, die meine aus dem Spitzensport kommenden Partner und ich seit vielen Jahren in unsere Veranstaltungen einbringen. Was treibt Menschen an, außergewöhnliche Leistungen zu erbringen? Ohne Frage sind alle Elemente der Pyramide wichtig, aber nur zwei geben den Ausschlag über Sieg und Niederlage. Einen, den absoluten TOP-Faktor, führt uns Andreas Toba eindrucksvoll vor: den Wille zum Erfolg bzw. zum Sieg!Pyramide der Siegerfaktoren
    Gerade die olympischen Spiele zeigen diesen Aspekt immer wieder überdeutlich auf. Großartige Sportler oftmals Kopf an Kopf auf der Zielgeraden, wenn der Körper längst die physischen Grenzen erreicht, vielleicht sogar überschritten hat. Wenn in den letzten Sekunden das wenige „Mehr“ her muss, das letztlich über Sieg und Niederlage (obwohl ich bei einer olympischen Silbermedaille diesen Begriff eigentlich gar nicht verwenden mag) entscheidet. Es ist das „Mehr“ an Willen, was sonst sollte es sein? Diesen Willen, sich noch einmal zu quälen, – nicht mal für den persönlichen Triumph – zeigt uns Andreas Toba eindrucksvoll. So sehen Sieger aus!

Auf die anderen Aspekte der Pyramide möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, aber dennoch die Frage aufwerfen: Wie sieht es mit Siegeswillen in deutschen Unternehmen aus? Immer wieder diskutieren wir diese Frage in unseren Veranstaltungen mit unseren Teilnehmern. Das Meinungsbild fällt meist sehr heterogen aus und dennoch lässt sich im Trend sagen: Nur selten finden wird diesen im Sport so entscheidenden Willen zum Erfolg auch bei Mitarbeitern in Unternehmen. Bei einigen ja, selbstverständlich. Aber in der Breite? Persönliche Opfer bringen für den Erfolg des Unternehmens, wenn es nicht mein eigenes Unternehmen ist? Sich noch einmal quälen, was auch immer das im Arbeitsleben heißen könnte (Weiterbildung in der Freizeit, Überstunden, den unangenehmen Kunden anrufen, etc.)?

Ich lasse Sie das selbst beurteilen und sich Ihre eigene Meinung bilden. Für mich steht inzwischen nach 10 Jahren intensiver Beschäftigung mit diesen Themen fest, dass der Sport den Unternehmen in diesem Punkt klar voraus ist und wir von Spitzensportlern dazu einiges lernen können.

DANKE Andreas Toba, dass Sie es so eindrucksvoll demonstriert haben!

Und natürlich: Gute Besserung, alles Gute und viel Erfolg nach der Genesung.

 

Mehr zu diesen Themen:

Mario Porten (Hrsg.):
Was Führungskräfte und Mitarbeiter vom Spitzensport lernen können
Impulse für persönliche und unternehmerische Bestleistungen
Gabal-Verlag, 2006, ISBN 3-89749-653-4
nur noch Restposten erhältlich (€18,-)
portofrei bestellen direkt bei uns:
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Was uns die simple Mathematik über Führungsinvestitionen lehrt

Schon in meiner Zeit als Bankvorstand hat es mich immer fasziniert, wie scheinbar einfach doch Entscheidungen über Sachinvestitionen waren. Da konnte man meistens die Amortisationsdauer oder die Investitionsrendite perfekt berechnen und so ging es oft ganz schnell – Daumen hoch oder Daumen runter. Ein simples Beispiel eines Geldautomaten (um ein typisches Bankerbeispiel zu bemühen): rentiert sich ab xx Verfügungen, ist das realistisch? Ja, also machen wir den. Entscheidungsdauer? Seien wir großzügig – fünf Minuten.

Ganz anders die Entscheidungen über Investitionen in Menschen, also z.B. Fortbildungsmaßnahmen. Lohnt sich das wirklich? Wie kann man das messen? Wird überhaupt etwas von dem Gelernten umgesetzt? Das kennen wir doch, kurzer Impulseffekt, dann kehrt nach jeder Schulung die alte Gewohnheit wieder ein. Also, soll man tatsächlich in Menschen investieren?

Ich habe da eine klare Antwort: JA!

Das war schon als Bankvorstand mein wichtigstes Betätigungsfeld und ist es bis heute. Nun fragen Sie sicher warum bin ich da so sicher?

Dazu nur wenige Aspekte und eine kurze – ganz einfache – mathematische Betrachtung:

Erstens sind es am Ende immer die Menschen, die den Unterschied machen – nie etwas anderes. Oder gehen Sie in irgendein Geschäft, weil das Gebäude so schön ist, wenn die Mitarbeiter dort unfreundlich und inkompetent oder die Waren schlecht sind? Das gilt noch viel mehr im Dienstleitungsbereich – es sind immer die Menschen, die den Erfolg ausmachen, alles andere ist vielleicht notwendige, aber niemals hinreichende Bedingung.

Nun wissen wir aus unzähligen Forschungen zur Arbeitsmotivation ziemlich gut, was Menschen auf Arbeit zufrieden macht und zufriedene Menschen arbeiten besser. Auf die Einzelheiten will ich hier nicht weiter eingehen, nur soviel: ganz vorne steht u.a. immer wieder der Sinn der Aufgabe, ausreichende Gestaltungsspielräume  und das gute Verhältnis zum Chef und zu den Kollegen.

Alles Faktoren, die wesentlich von Führungskräften beeinflusst werden können, was zu der – keineswegs neuen, aber immer wieder verkannten – Erkenntnis führt, das insbesondere Führungskräfte über den Hebel zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit und damit mehr Mitarbeiterproduktivität verfügen. In einer Studie haben 80% der befragten Mitarbeiter, die ihrem Unternehmen gekündigt hatten, ausgeführt, sie verließen eigentlich gar nicht das Unternehmen, sondern nur ihren direkten Chef.

Studien belegen – zum Teil schon seit Jahrzehnten – auch ziemlich zuverlässig, dass letztlich die Führungskultur nachweislich einen signifikanten Einfluss auf die – in Deutschland übrigens extrem schlechte (z.B. Gallup 2013 nur 15% haben eine starke Bindung, 24% gar keine) – Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen hat. Denn mehr Identifikation erzeugt mehr Engagement sowie weniger Krankheitstage und damit mehr Produktivität und mehr Kundenzufriedenheit mit allen positiven Nebenaspekten wie Folgegeschäfte oder Empfehlungsbereitschaft. Immer wieder wurde in Studien dieses mehr an Produktivität in besseren Ergebnissen von ca. 30% nachgewiesen – jedes Jahr.

Wenn dem so ist, wird zumindest eine Investition in Führungskräfte dem Grunde nach rechenbar. Nehmen wir simpel an, der der Output liege bei 100 Einheiten p.a., so dass nach 10 Jahren 1000 Einheiten erzielt sind.  30% mehr jedes Jahr: 1378 nach 10 Jahren – lohnt sich? Na klar!

Fazit: Investitionen in gute Führung lohnen sich nahezu immer und auch das ist inzwischen vielfach und von diversen Studienquellen belegt.

Auch die moderne Hirnforschung belegt diesen Aspekt nochmals deutlich. Für die Frage, wie schnell und erfolgreich neue Verhaltensmuster gelernt und (erfolgreich) umgesetzt werden können, ein immer wichtigerer Faktor in unserer modernen Arbeitswelt, kommt es besonders auf das emotionale Engagement an (Drath, 2015). Wer aber schafft das emotionale Engagement der Menschen? Na klar, das wissen Sie jetzt sofort – die Führungskräfte.

Zum Abschluss noch eine kurze Betrachtung dazu, in was man denn investieren soll, schließlich gibt es doch viele Führungskonzepte und noch dazu immer neue und vor allem immer komplexere. Mir steht nicht zu sagen, was gut ist und was schlecht. Mir fallen nur immer wieder zwei Aspekte besonders auf:

Zum einen kommt oft der freudige Moment: “Hurra, ab morgen bin ich Chef!” Das Handwerkszeug wurde aber leider nicht vermittelt und ist – gerade im Mittelstand – auch nicht vorhanden. Woher auch, wenn bisher nicht geführt wurde? “Learning by doing” reicht dann schlicht nicht aus – experimentieren an Menschen gestattet nur sehr begrenzt Fehler und Misserfolge. Ohne Frage kann man Führung lernen, gerade im Grundlagenbereich von Motivation und Kommunikation. Die Investition in neue Führungskräfte ist Pflicht.

Für den zweiten Aspekt, den ich immer wieder als nahezu den größten aller Hebel erlebt habe, möchte ich es mit einem Zitat des von mir sehr geschätzten Alfred Herrhausen belassen, weil damit eigentlich alles gesagt ist:

Selbstführung

Wo auch immer Sie für sich anfangen wollen – viel Erfolg!