Gallup Engagement Index 2016

Das Gallup Institut legt mit seinem Engagement Index 2016 wieder einmal erschreckende Zahlen zu Führung und Arbeitszufriedenheit in Deutschland vor. Auch ein positiver Entwicklungstrend ist laut Gallup leider nicht ersichtlich.

Aufgrund des strengen Copyrights beschränke ich mich auf einige Kernaussagen aus der Pressemitteilung und stelle die Links zu den öffentlich zugänglichen Unterlagen von Gallup zur Verfügung:

  • 70% der Beschäftigten sind emotional gering an ihren Arbeitgeber gebunden und machen Dienst nach Vorschrift.
  • Die innere Kündigung von Mitarbeitern kostet laut Gallup Berechnungen die deutsche Volkswirtschaft 105 Mrd. € pro Jahr!
  • Nur 21% der Arbeitnehmer gaben, dass sie die erlebte Führung zu hervorragender Arbeit motiviert.
  • Allerdings halten sich 97% (!) der Chefs für eine gute Führungskraft.
  • Nur 40% der Führungskräfte haben im Befragungszeitraum eine Weiterbildung besucht, um den Umgang mit Ihren Mitarbeitern zu verbessern.
  • Feedback Fehlanzeige – nur 14% der Befragten berichten von einem regelmäßigen Austausch mit ihrer Führungskraft hinsichtlich ihrer Leistungen.

Allen Interessierten empfehle ich die Pressemitteilung und die Präsentation der Ergebnisse des Gallup Institutes.

Digitalisierung verändert Führung grundlegend

Wie können sich Führungskräfte an die neuen Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, anpassen? Diese Frage wird aktuell nicht nur in vielen Unternehmen diskutiert, sondern auch zunehmend von der Wissenschaft thematisiert. Immer häufiger beschäftigen sich wissenschaftliche Arbeiten mit diesem Thema und immer deutlicher zeichnen sich verschiedene Trends ab.

Klar ist schon heute, dass Macht nicht mehr aus der klassischen Hierarchie heraus generiert werden wird, zumal sich diese Hierarchien sukzessive auflösen werden. An die Stelle eindeutiger Linienorganisationen werden zunehmend flexible und autonome Arbeitsgruppen treten, die keinen Chef im klassischen Sinne mehr haben. Netzwerkmanagement heißt eine der zukünftigen Kernkompetenzen, die von Führungskräften gefordert wird. Welche Kontakte/Netzwerke hast Du zu bieten? So oder so ähnlich wird wohl die neue Frage lauten: Mehr Kontakte gleich mehr Macht.

Auch Visionen werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mitarbeiter zu faszinieren und sie an der Entwicklung einer gemeinsamen Vision aktiv teilhaben zu lassen, das ist der Trend. Die gemeinsam entwickelte Vision als Bindemittel,  da geht es hin. Dazu werden Führungskräfte auch neue Kompetenzen, wie etwa Storytelling, stärker als bisher entwickeln müssen.

Fast überflüssig zu betonen, dass angesichts immer größerer Mobilität und immer mehr digitaler Kommunikationsformen die räumliche Nähe massiv an Bedeutung verliert. Projektteams von morgen sind überall auf der Welt verteilt, sind „always on“ und kommunizieren via diverser digitaler Medien. Projektmeetings, bei denen einige Teilnehmer nur virtuell, also auf dem Bildschirm, anwesend sind, werden zur Normalität, wenn sie das heute zumindest teilweise nicht schon sind. Damit wird sich Kommunikation schlechthin verändern, ob wir wollen oder nicht – der Einzelne muss sich fügen.

Klar ist aber auch, dass die face-to-face-Kommunikation wichtig bleibt. Wenn ich aber viel seltener persönlich zusammenkomme, dann wird die Erwartungshaltung der Mitarbeiter an diese persönlichen Treffen steigen. Die Führungskraft wird als Coach gefordert! Was heute noch plakativ diskutiert wird, scheint zwingend notwendig, wenn Mitarbeiter zunehmend die eigenen Kompetenzen einbringen und selbständig Entscheidungen treffen sollen. Auf mich als Führungskraft kommt es nicht mehr an, denn die Summe meiner kompetenten Mitarbeiter kann viel mehr leisten als ich alleine. Ich bin plötzlich austauschbarer als der einzelne Mitarbeiter eines funktionierenden Teams. Die Qualität von Führung wird künftig daran gemessen werden, wie gut es mir gelingt, die Fähigkeiten meiner Mitarbeiter optimal zu entwickeln. Coaching is on!

Noch zwei Aspekte, die heute schon Gewicht haben, werden sich ebenfalls verstärken. Der eine, gesund führen, ist heute schon Trend. Vorbei die Zeiten der Mittagspause an der Pommesbude, gesund, frisch, vegan, mediterran, so lauten die neuen Schlagworte. Ob Work-Life-Balance oder Yoga-Pause, keine Frage, die junge Generation hat längst einen Trend entfacht, der unabdingbarer Bestandteil der modernen digitalen Welt werden wird.

Der andere Aspekt ist die überproportionale  Veränderungsgeschwindigkeit. Die Führungskraft von morgen initiiert kein Change-Projekt mehr, sie ist 365 Tage im Jahr als Change-Manager gefordert. Das mag uns heute als Überforderung erscheinen und die Frage aufwerfen, wie viel Change die Menschen eigentlich ertragen. Gleichwohl vermittelt uns die Wissenschaft eindeutige Trends in diese Richtung.

Wer dieses Thema vertiefen möchte, dem empfehle ich z.B. die Webseite http://leadershipgarage.de/. In diesem Projekt befasst sich Frau Prof. Dr. Sabine Remdisch intensiv mit den aktuellen Entwicklungen.

Ihren interessanten Artikel „Führen in der VUCA-Welt“ finden Sie hier:

Führen in der VUCA-Welt

 

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wir starten aktuell unser neues Angebot „Erfolgreich Führen mit Coachingkompetenz“, das auch auf die neuen Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet. Weitere Infos finden Sie hier:

Erfolgreich Führen mit Coaching-Kompetenz

 

Wie sehen Sie die aktuellen Trends – diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns auf Sie!

 

Glücklich im Job? Nur im Ausnahmefall!

Immer wieder erschreckend sind die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen in Deutschland hinsichtlich des Themas Jobzufriedenheit. Doch so sehr – zumindest mich – die Zahlen erschrecken, so wenig scheinen viele Unternehmen umzudenken oder gar umzusteuern.

Aktuell schockt mal wieder die Zahl 9% – so viele Arbeitnehmer haben nämlich in einer Studie des Karrierenetwerks CareerBuilder, bei der über 1000 Personen befragt wurden und die managerseminare in seiner aktuellen Septemberausgabe zitiert, erklärt, im Job wirklich glücklich zu sein. Alle anderen sind das nicht!!

Gar 50% gaben an, aktuell sehr unglücklich zu sein und aktiv nach anderen Angeboten Ausschau zu halten! Alarmstufe rot!

Die Studie fragte auch danach, was den Mitarbeitern im Job wichtig ist, wobei einige Nuancen zu vielen anderen Befragungen ersichtlich wurden.

So rangiert mit 48% ein gutes Arbeitsklima und Wertschätzung auf Position eins. Ein gutes Gehalt und attraktive Aufstiegschancen waren für 25% wichtig, gefolgt von Familienfreundlichkeit und Home-Office-Möglichkeiten mit 13%. Weiterbildungsmöglichkeiten und Sozialleistungen gaben nur 5% eine besondere Wichtigkeit.

Die Differenzierung zu anderen Befragungen mag mit der Auswahl der Personen zusammenhängen (Nutzer der Online-Stellenbörse jobs.de).

Wie auch immer: Wenn mit der Digitalisierung in den nächsten Jahren der größte kulturelle Wandel der letzten Jahrzehnte auf die Unternehmen zukommt, wird es höchste Zeit, gute Leute zu binden bzw. für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Dafür ist die Unternehmenskultur und die Qualität der Führung zweifelsohne von entscheidender Bedeutung. In beides sollten Unternehmen investieren: